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Bewegung


Ein Mangel an Bewegung muss heute als echte Krankheitsursache gewertet werden, zumal sie in Kombination mit weiteren Stressfaktoren doppelt negativ im Hinblick auf ein Herz-Kreislauf-Risiko wirkt. Körperliche Bewegung hingegen wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und stellt ein ganz natürliches „Ventil für die Seele“ dar.

Wer sich bisher nicht sportlich betätigt hat geschweige denn dreimal die Woche den Puls an die genannte Grenze treibt, dem sei gesagt: Kurze Belastungen sind für den Körper immer noch besser als überhaupt keine Bewegung.



„Einmal täglich ins Schwitzen kommen“

so eine alte Empfehlung von Naturheilkunde-Ärzten.
Eine normale Belastbarkeit des Herz-Kreislaufsystems und die richtige Dosierung vorausgesetzt, sollte der Mensch einmal am Tag an die Grenze seiner körperlichen Belastbarkeit gelangen (einmal täglich schwitzen). Moderne sportphysiologische Untersuchungen haben dies bestätigt – hier wurde eine wirksame Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems und damit der Sauerstoffzufuhr für alle Organe festgestellt, wenn ein Großteil der gesamten Körpermuskulatur dreimal pro Woche über 10 Minuten so bewegt wird, dass die Pulszahl 170 minus Lebensalter erreicht. Ganz grob entspricht diese Pulsfrequenz dem Zustand, in dem die Nasenatmung nicht mehr ausreicht und in die Mundatmung übergeht. Zwischenzeitlich ist auch bekannt, dass über den Schweiß eine maßgebliche Entgiftung stattfindet. „Aktiver Schweiß“ beruht auf körperlicher Bewegung und ist dem „passiven Schweiß“ (zum Beispiel in der Sauna) vorzuziehen.

„Viele glauben, wenn sie von Zeit zu Zeit oder auch ganz regelmäßig ihren Spaziergang machen, dann hätten sie für die Erhaltung und Vermehrung der Körperkräfte ihre Schuldigkeit getan; aber ich behaupte: Es reicht dieses durchaus nicht hin.“ (S. KNEIPP)

Durchblutungssteigerung

... und vermehrte Sauerstoffzufuhr
Durch Bewegung werden die biologischen Leistungen des Organismus verbessert, und über eine vermehrte Durchblutung und damit auch vermehrter Sauerstoffzufuhr kann dem Leistungsabfall vorgebeugt und bereits vorhandene Müdigkeit verringert werden. Doch nicht nur das Herz-Kreislauf- und das Atmungssystem profitieren von richtig durchgeführter Bewegung, sondern auch die allgemeine Reaktionslage, der Stoffwechsel, die Hormonsekretion, der aktive und der passive Bewegungsapparat sowie das zentrale und vor allem das vegetative Nervensystem.

Aktive Bewegung

- Richtig dosierter, sanfter Ausdauersport (z. B. Wandern, Walking, Nordic Walking, Radfahren, Skilanglaufen, Schwimmen) – bei relativer Schonung des Bewegungsapparates kann es hier kaum zu Überanstrengungen kommen
- Terrainkuren
- Allgemeine Gymnastik
- Training zur Leistungssteigerung des Herz - Kreislaufsystemsmentales Training
- Hippotherapie
- Heilsport
- Krankengymnastik/Physiotherapie: ganz gezielt können hier bestimmte Körperfunktionen verbessert werden, wenn bereits Leistungsminderung eingetreten ist

Passive Bewegung

Klassische Massageformen

Bindegewebsmassage

Klassische Handmassage

Kolonmassage

Lymphdrainage

Periostmassage nach Vogler

Reflexzonen-/Segmentmassage

Saugglockenmassage

Unterwasser-Druckstrahlmassage



„Was man will und deshalb sucht, das findet man auch, und man wird sich daher schon eine Gelegenheit verschaffen können, um in vernünftiger Weise seine Körperkräfte zu üben.“ (S. KNEIPP)

Tipps zur Bewegung

Einmal am Tag schwitzen

Mehrmals in der Woche kurze Zeit trimmen und Spaß daran haben – dies ist effektiver als ein anstrengendes Training, das gemieden wird

Gymnastikpause statt Kaffeepause

Gehen Sie treppauf, bis Sie müde sind, und nehmen Sie erst dann den Aufzug

Auch Ihr Herz braucht ein regelmäßiges Training. Machen Sie Ihre Fernsehzeit zur Trimmzeit (Standfahrrad während der Tagesschau)

Skilanglauf ist leicht, macht in jedem Alter Spaß und tut vor allem Herz und Muskeln gut

Die beste Gymnastik ist die, die am meisten Spaß macht und regelmäßig gemacht wird.

Erwarten Sie keine unmittelbaren Erfolge – es dauert etwas, bis Sie in „Topform“ sind. Es kommt der Tag, an dem die Bewegung anfängt Spaß zu machen und sogar zum Bedürfnis wird – bis dahin: Aufraffen! Ein schlauer übt die Ausdauer!



„Lieber wenig und oft – denn viel und selten“ (S. KNEIPP)

Bitte beachten

Zu warnen ist vor Einseitigkeit – selbst Rückenprogramme, Venenübungen oder Lauftreffs sind nur in vollem Maße nützlich, wenn ihnen eine ganzheitliche Betrachtung zugrunde liegt. Auch Joggen oder Radfahren verbietet sich, wenn es lediglich einmal wöchentlich – z. B. am Wochenende – in Form einer relativen Überanstrengung betrieben wird.

Achten Sie vor allem bei allen Laufsportarten (Spazieren, Wandern, Joggen) auf ein gut dämpfendes Schuhwerk, das Erschütterungen des sehr oft schon vorgeschädigten Bewegungsapparates (Kniegelenke, Hüftgelenke, Wirbelsäule) dämpft. Besonders schonend läuft es sich auf Waldboden oder Moos bzw. in guten Joggingschuhen.Finden Sie heraus, welche Sportart für Sie geeignet ist und was Ihnen Freude macht, und sprechen Sie mit Ihrem KNEIPP- Arzt oder Krankengymnasten darüber. Versuchen Sie dann, Ihre Bewegungs- oder Sportaktivitäten zu langsam zu steigern.



„Wenn einer in der Woche ein-, zwei-, dreimal nicht zu große Touren macht, wird er seine Körperkraft unglaublich vermehren, wenn er aber das Radfahren unmäßig betreibt, wird er sich bald ruinieren.“ (S. KNEIPP)

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